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Herzliche Gratulation zum
100. Geburtstag

Frau Josy Bättig-Fähndrich konnte am 26. April 2017 zu Hause im Banschi ihren 100. Geburtstag feiern. Wir gratulieren der altesten Einwohnerin von Oberkirch herzlich zu ihrem Geburtstag und wünschen ihr weiterhin viele schöne und glückliche Stunden im neuen Lebensjahr sowie gute Gesundheit. Eine Delegation des Gemeinderates überbrachte Frau Bättig die guten Wünsche und einen bunten Frühlingsblumenstrauss.

Frau Bättig hat ihr ganzes Leben in Oberkirch verbracht. Sie erlebte vieles in diesen Jahren, viel Schönes aber auch traurige Momente. Ihre Familie hat einen Rückblick über diese spannende Zeit geschrieben:

„Josy Bättig-Fähndrich kam am 26. April 1917 als fünftes Kind zur Welt. An ein gemeinsames Familienleben kann sich Josy jedoch nicht erinnern, da der Vater bereits 1919 starb und sie ab diesem Zeitpunkt zusammen mit einem ihrer Brüder bei der Grossmutter mütterlicherseits aufwuchs. Josy erinnert sich an eine schöne Kindheit und Jugend auf dem Hof Gotterbarm in Oberkirch.

Obwohl sie sehr gerne zur Schule ging, war für Josy nach sechseinhalb Jahren Schluss. Von da an half sie auf dem Hof mit und als geschaffige Frau scheute sie sich auch vor körperlich strengen Arbeiten nicht. Nach dem Tod der Grossmutter zog die junge Frau zu ihrer älteren Schwester nach Gelfingen, welche 12 Kinder hatte. Dort arbeitete Josy fleissig im Haushalt mit. Doch ihre wahre Leidenschaft war schon immer bei den Arbeiten draussen und auf dem Hof, daher zog es sie bereits nach einem Jahr zurück in die Heimat, wo sie eine Stelle bei ihrer zukünftigen Schwägerin, Josy Kottmann, im Brand annahm.

Ihren Mann Sepp Bättig lernte Josy bei den Gängen zur Käserei kennen und im Jahr 1947 heirateten die beiden in Hergiswald. Die Hochzeitsreise führte das junge Paar ins Tessin. Josy war eine sehr tüchtige Frau und packte sofort auf dem Banschi mit an. „Ferien“ gab es jeweils nur im Wochenbett. Am 8. November 1947 kam die erste Tochter Josy zur Welt, danach folgten die anderen fünf Geschwister. Neben dem Haushalt zählte die Schweine- und Hühnerzucht zu Josys Aufgabenbereich. Rund 100 Eier trug die Bauernfrau wöchentlich zu Fuss nach Sursee. Josys absolute Leidenschaft war schon immer der Garten, welcher noch heute in seiner gepflegten Farbenpracht das Aushängeschild des Hofes ist. Auch wenn sie diese Aufgaben nicht mehr ganz selbstständig leisten kann, sagt die Hundertjährige was wo und wie sein muss. Auch in der Küche war Josy stark. Ihre Söhne schwärmen noch heute von Mutters Backkünsten.

Neben dem Bauernhof arbeitete Ehemann Sepp auf dem Bau und sicherte ein zusätzliches Einkommen. 1964 konnte die Familie einen Traktor kaufen. Man war fleissig auf dem Banschi und auch die Kinder packten mit an. Freizeit war ein rares Gut.

Am 6. März 1969 dann der herbe Tiefschlag: Ehemann Sepp starb in der Stube an einem Herzinfarkt. Der Betrieb wurde infolge etwas verkleinert und viel Land verpachtet. Es gab damals keine Sozialhilfe und nur eine kleine Witwenrente. Erspartes war kaum vorhanden und Josy hatte mehr Kinder als Kühe im Haus. Dank den guten Beziehungen zur Nachbarschaft und dem tollen Familienzusammenhalt konnte der Hofbetrieb aufrechterhalten bleiben.

1977 war wiederum ein Schicksalsjahr. Josy war gerade auf einem Ausflug, als plötzlich die Nachricht kam, dass ihr zweitältester Sohn einen tödlichen Unfall hatte. 2005 erneut ein tragischer Todesfall in der Familie: Tochter Josy erliegt ihrem jahrelangen Krebsleiden. Doch all die Schicksalsschläge brachten die Familie stets näher zusammen.

In späteren Jahren, als Franz ihr Sohn den Hof führte, zog es Josy in die Welt. Zahlreiche Carreisen mit ihrer Nachbarin und der Schwägerin brachten etwas Abwechslung in den Alltag. Josy krampfte bis ins hohe Alter, wo es nur ging. „Mutter konnte mit 80 noch schneller Chriesi pflücken als wir Männer!“, so Franz. Mit rund 85 Jahren mussten ihre Kinder es ihr dann verbieten, weiterhin auf die Bäume zu klettern. Noch heute steht die Hundertjährige meist um sieben Uhr auf, macht Frühstück, liest Zeitung und macht für sie bewältigbare Hausarbeiten. Bis vor kurzen strickte sie fleissig Socken, Mützen und Kleider, welche für wohltätige Zwecke verkauft wurden. Mit Begeisterung schaut Josy jeden Tennis-Match von Roger Federer und einmal pro Monat wird mit dem Frohen Alter ein Jass geklopft. Josy freut sich jeweils sehr, wenn Besuch etwas Abwechslung bringt. Ihre Kinder, die elf Gross- und zwei Urgrosskinder kommen gerne ins Banschi, zu Mueti. Dank ihrer liebenswerten, ruhigen Art und ihrem wachen Geist fühlt man sich einfach wohl bei ihr.“
Josy Bättig
 

Datum der Neuigkeit 27. Apr. 2017